Präsentation Feldmesspraktikum


im Rahmen eines Elternabends der 10. Klasse

Die im Mathematikunterricht in der Theorie erarbeiteten Gesetzmäßigkeiten der Trigonometrie finden während des Praktikums im Feldmessen ihre praktische Anwendung. Ein Areal wird mittels Theodoliten (Winkelmessgerät mit Fernrohr) vermessen und anschließend kartographiert. Bei der Arbeit in Kleingruppen mit diesen hochempfindlichen Geräten werden neben Genauigkeit und Geduld auch Teamfähigkeit verlangt. Zehntklässer am Beginn der Oberstufe stehen in der Auseinandersetzung mit der objektiven Welt, gerade weil sie selbst so subjektiv empfinden. Die große Genauigkeit erfordernden Prozesse sowie die hierbei zu bewältigenden Anforderungen, auch diejenigen im sozialen Miteinander, fordern die Jugendlichen in diesem Lebensalter in besonderer Weise.

Nach einer kurzen Einführung durch Jahrgangsbetreuerin Sigrid Wichary berichteten die Schülerinnen und Schüler von ihren Erfahrungen während des zweiwöchigen Praktikums. Jeweils ein Team von 3 Schülerinnen und Schülern, in der identischen Zusammensetzung, wie sie vor Ort gearbeitet hatten, beleuchtete einen Teilaspekt des Projektes. Wie zum Beispiel unter anderem:

  • Funktion, lotrechter Aufbau und Bedienung des Theodoliten
  • Erstellen eines Dreiecksnetzes aus Festpunkten zwecks Abstecken und Einteilung des zu vermessenden Areals
  • Streckenmessung der Verbindungslinien zwischen den Festpunkten sowie Überprüfungsroutinen und Dokumentation der Messergebnisse
  • Winkelmessung der Schenkel des Dreiecksnetzes sowie Überprüfungsroutinen und Dokumentation der Messerergebnisse
  • Das Vermessen der Details des Areals ausgehend von den zuvor vermessenen Verbindungslinien (= Kleinvermessung)
  • Dokumentation der Messergebnisse der Kleinvermessung in einer groben Skizze sowie anschließendes maßstabsgerechtes Übertragen auf Millimeterpapier
  • Erstellen eines optionalen Höhenprofils ausgewählter Punkte ausgehend von einem bekannten amtlichen Höhenpunkt
  • Übertragen der einzelnen Teilskizzen unter Berücksichtigung der Messergebnisse in eine maßstabsgerechte Zeichnung auf Transparentpapier
  • Kopieren der Zeichnung mittels Durchstechen (Reißzwecke) markanter Punkte auf Zeichenpapier
  • Konzeption und Ausarbeitung einer individuellen und doch allgemein verständlichen kartographischen Signatur (= Darstellung der Kartenzeichen, der Legende, einer Windrose etc.)
  • Erstellen einer finalen Karte durch jeden einzelnen Schüler
  • Neben der allgemeinen Beschreibung dieser Arbeitsschritte wurde natürlich auch auf deren konkrete Anwendung in den beiden Teilprojekten des Praktikums und deren jeweilige Besonderheiten eingegangen.

Erlernen der theoretischen Grundlagen

In der ersten Woche folgte auf das tägliche Erlernen der theoretischen Grundlagen im Klassenraum das praktische Üben auf dem Gelände der Kinder- und Jugendfarm in Dietzenbach. Die hierbei erarbeitete Karte kann vom dortigen Trägerverein für die künftige Entwicklung, Bebauung und Bepflanzung des Areals genutzt werden. Hierfür wurden über die Visualisierung des Ist-Zustandes hinaus von den Schülerinnen und Schülern auch Vorschläge eingebracht.

Die Vermessung des Geländes

In der zweiten Woche folgte die Vermessung des Geländes des Naturfreundehauses Zwingenberger Hof, in welchem die Klasse zugleich übernachtete. Über die in der ersten Woche eingeübten Routinen hinaus bot die Arbeit auf dem neuen Areal, oberhalb des Neckars, neue Herausforderungen. Mit der kleinteiligen wie auch heterogenen Bebauung und Bepflanzung musste man sich beim Vermessen ebenso auseinandersetzen wie mit dem hügeligen Geländprofil. Daneben galt es nun das geforderte eigenständige Planen, Koordinieren und Abarbeiten der Arbeitsschritte in den einzelnen Teams (ohne die unmittelbare Anleitung durch die Pädagogen) sowie die Zubereitung der täglichen Mahlzeiten für die gesamte Klasse zu bewerkstelligen.

Präsentation am Elternabend

Für ihre Präsentation am Elternabend nutzen die Schülerinnen und Schüler neben der Projektion von Fotomaterial mittels Beamer auch liebevoll gestaltete und gezeichnete Transparente. Im Anschluss an die Kurzvorträge konnten die Eltern eine Ausstellung der maßstabsgerechten Karten auf sich wirken lassen. Hier waren neben 3 Übersichten des Jugendfarmgeländes in Dietezenbach die Karte eines jeden Schülers vom Gelände in Zwingenberg zu sehen. Vom eher illustrativen bis cartoonhaften Duktus über eine exakte technische Zeichnung bis hin zu zarten Blei- und Buntstift-Straffuren erstreckte sich die Bandbreite der Zeichenstile. So erfuhr ein methodisch gewonnenes und objektiv messbares Ergebnis eine jeweils eigene subjektive Interpretation durch das Individuum.

In jeder dieser wunderschönen Karten wurde die disziplinierte, engagierte und ausdauernde Arbeit der Klassengemeinschaft spürbar. Neben diesen greifbaren Ergebnissen und den erlernten Methoden sind die sozialen Prozesse, die durchlebt wurden, nicht weniger bedeutend. In diesen erfuhren die Zehntklässer, »dass jeder Einzelne zum Gelingen beitragen muss. Es gibt weder eine unwichtige Messung noch eine, die jemand anders erledigen könnte. Und mehr noch: Nicht der Lehrer korrigiert, sondern die Sache selbst.« So ist es an anderer Stelle nachzulesen (www.feldmessen.de <http://www.feldmessen.de> ). Aber diese Erkenntnis formulierte die Klasse als Fazit am Ende ihres Praktikums in ähnlicher Form, wie Jahrgangsbetreuerin Sigrid Wichary in ihren abschließenden Worten berichtete.

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